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Laudatio zur Verleihung der 5. Schweizer Big Brother Awards

am Samstag, 16. Oktober 2004, abends in der Steeeltec-Halle in Emmenbrücke

im Rahmen von «pulp - plattform für digitale kultur»

vorgetragen vom Schauspieler Ernst Jenni


Neben dieser HTML-Version gibt es die Laudatio auch als pdf oder als Text.


Szenario Version 4

des Event zur Verleihung

der 5. Schweizer «Big Brother Awards»

 

am Samstag, 16. Oktober 2004, abends

in der Steeltec-Halle in Emmenbrücke

im Rahmen von «pulp - plattform für digitale kultur»


Show von ca. 90 Minuten

Stil: seriös-satirische Laudatio, mit Anlehnungen an «Oscar»-Verleihung, mit visuellen Beiträgen des Fernsehsenders «Tele G» (Guido Henseler) und musikalischen Beiträgen der «Super Tops» aus Bern


Ablauf

  • Aufbau am Samstag bis 14 Uhr
  • Hauptprobe mit allen Beteiligten 14.00 Uhr bis max. 16.30 Uhr
  • 18 bis 19.00 Uhr Abendessen vor Ort
  • 19.30 Einlass, Infotisch, «Schnüffelbar», Luftschiffballett, Security und Eingangsregistrierung
  • 20 Uhr Beginn Show
  • 21.30 Uhr circa: Ende der Show (ab 22 Uhr Musikprogramm «Late Night»)

Beteiligte «on stage»

  • Ernst Jenni, Moderator
  • Christoph Müller als Vertreter der Organisatoren BBA-2004
  • Drei Mitglieder der Jury BBA-2004 (im Sofa)
  • Joe als Security-Agent
  • Daniel Kasztura als Vertreter der «Winners»
  • Musik «Super Tops»
  • Winkelrieds Ur-Ur-Enkel

«Backstage»

  • Guido Henseler: Multimedia / visuals
  • Christoph: diverses
  • Dieter: Inszenierung

Vorbemerkungen

[...] Bemerkungen in Klammern sind Regieanweisungen oder Kommentare/Anregungen
GROSSBUCHSTABEN heisst: hervorheben / betonen
Anglizismen sind bewusst so eingebaut, sollten auch so betont werden.

5. Big Brother Awards 2004

20 Uhr: Beginn

[Musik spielt Einlassignet.]

[Visuelles Jingle: Drehender Pokal]

AUFTRITT MODERATOR (ERNST JENNI):

Moderator

Meine sehr verehrten Damen und Herren: Willkommen zur Preisverleihung der fünften Schweizer BIG BROTHER AWARDS. Ich bin Ernst Jenni und ich werde Sie als Moderator durch den heutigen Abend führen.

An der heutigen Galaveranstaltung werden Ihnen die Gewinnerinnen und Gewinner der Pokale für die grössten Schnüffelratten der Schweiz vorgestellt.

Mit den Preisen in den vier Kategorien Staat, Business, Arbeitsplatz und Lebenswerk werden Personen oder Institutionen ausgezeichnet, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders hervorgetan haben mit der Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung.

Neben diesen vier Negativpreisen verleihen wir heute auch einen «Winkelried»-Award als Preis für lobenswerten Widerstand GEGEN Überwachung und Kontrolle.

Meine Damen und Herren: Damit solche Preise überhaupt verliehen werden können, braucht es intensive Vorbereitungen -- nicht nur von den einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten, sondern auch von den Organisatoren. Um Ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, haben wir den privaten Fernsehsender «Tele G» gebeten, für uns im Generalsekretariat der Schweizer «Big Brother Awards» in Bern vorbeizuschauen und über die Vorbereitungen zu berichten. -- Sehen Sie nun die Reportage von «Tele G»:

[Video 1: Bericht aus dem Generalsekretariat BBA]
MODERATOR:

Vielen Dank! - Wir haben nun die grosse Ehre, einen Vertreter des Organisationskomitees der Schweizer «Big Brother Awards» bei uns begrüssen zu dürfen: Christoph Müller.

CHRISTOPH betritt die Bühne: (STICHWORTE)
MODERATOR:

Guten Abend, Herr Müller. Wir haben ja in der Reportage gesehen, dass viel Arbeit hinter den BBAs steckt. Geht es bei Ihnen wirklich immer so hektisch zu und her?

CHRISTOPH MÜLLER(STICHWORTE)

Wir führen diese Preisverleihung inzwischen zum fünften Mal durch --- und wiederum waren die letzten Wochen und Tage vorher sehr hektisch. Da haben sehr viele Menschen mitgearbeitet: Einladungen und Communiqués verschicken, Pokale putzen -- der Aufbau der Infrastruktur hier in der «Steeltec»-Halle... der letzte Schliff.... (Baldrian...)

Jetzt freuen wir uns natürlich sehr, dass wir die Preise dieses Jahr erstmals in Emmen verleihen dürfen.

MODERATOR:

Wie kommt die Auswahl der Siegerinnen und Sieger zustande?

CHRISTOPH:

Das ganze Jahr über werden uns Nominationen eingereicht. Bis Ende August wurden uns über 100 Vorschläge von Kandidatinnen und Kandidaten eingereicht. Wir prüfen diese, recherchieren und erstellen Dossiers. Nach einer ersten Prüfung haben wir 52 davon einer Jury zur Auswahl vorgelegt. Diese hat dann die Entscheide gefällt.

MODERATOR:

Weshalb betreiben Sie diesen Aufwand? Was ist Euer Anliegen?

CHRISTOPH:

Wie die Statistik im Film gezeigt hat, nehmen Überwachung und Kontrolle immer stärker zu... Wir wollen darauf aufmerksam machen und haben dazu eine satirische Form gewählt.

Und wir wollen denjenigen Personen und Instititutionen, die die Privatsphäre missachten, zeigen, dass sie selber auch beobachtet werden. Manchmal lernen sie daraus und geben sich dann etwas Mühe, den Datenschutz zu beachten. -- so dass es die «Big Brother Awards» vielleicht in ein paar Jahren gar nicht mehr braucht... Wir arbeiten also auch an unserer eigenen Abschaffung...

MODERATOR:

Dazu wünschen wir Ihnen natürlich viel Erfolg! Vielen Dank, Herr Müller.

[CHRISTOPH MÜLLER TRITT AB.]
MODERATOR:

Wie wir im Beitrag von «Tele G» erfahren haben, sind die «Big Brother Awards» eine internationale Aktion: Die ersten solchen Preise wurden vor sieben Jahren in Grossbritannien verliehen -- es folgten Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich... Bis heute fanden bereits über 40 Zeremonien in 16 Ländern statt.

[VISUALS: ROLLBAND: LISTE DER BETEILIGTEN LÄNDER]
[MODERATOR ZEIGT INS PUBLIKUM, SAALLICHT LEICHT AN]

Wir freuen uns sehr, dass wir heute vier Ehrengäste von «Big Brother Awards» aus anderen Ländern bei uns im Publikum begrüssen dürfen:

  • Simon Davies aus London, Grossbritannien,
  • Rena Tangens aus Bielefeld, Deutschland,
  • Andreas Krisch aus Wien, Österreich und
  • Sjoera Nas aus Den Haag, Holland.
[DIE VIER «INTERNATIONALEN» ERHEBEN SICH KURZ ODER WINKEN /SPOT]

Sie haben es gehört, meine Damen und Herren: Die Siegerinnen und Sieger werden von einer Jury bestimmt. Der diesjährigen Jury gehören die folgenden 13 Personen an - in alphabetischer Reihenfolge:

[VISUALS: PANELS MIT NAMEN, ORT UND NUMMER DER 13 JURY-MITGLIEDER] [evtl. VORLESEN OHNE ORTSCHAFT]
  • Philippe Bach aus Genf
  • Susan Boos aus St. Gallen
  • Thomas Boutellier aus Luzern
  • Cécile Bühlmann aus Luzern
  • Jacqueline Chopard aus Luzern
  • Balthasar Glaettli aus Zürich
  • Lorenz Keiser aus Zürich
  • Felix Kuhn aus Luzern
  • Matthias Nast aus Bern
  • Paul Rechsteiner aus St. Gallen
  • Tina Roessler aus Lausanne
  • Géraldine Savary aus Lausanne
  • und Daniel Weber aus Zürich.

Wir freuen uns sehr, drei der Jury-Mitglieder heute persönlich bei uns begrüssen zu dürfen! Darf ich Sie gleich auf die Bühne bitten:

  • Frau Susan Boos, Redaktorin bei der Wochenzeitung WOZ
  • Frau Jacqueline Chopard, Rechtsanwältin
  • und Herr Felix Kuhn, Texter und Maler
[DIE 3-4 AUFGERUFENEN JURY-MITGLIEDER KOMMEN GEMEINSAM AUF DIE BÜHNE UND NEHMEN STILL IN DER POSTERGRUPPE PLATZ.]

Im übrigen begrüssen wir natürlich wie immer auch den Vertreter der staatlichen Überwachung -- man kann ja immer noch etwas dazulernen!

MODERATOR:

Zur Sache: Überwachung, meine Damen und Herren, ist ein hochaktuelles Thema: Staat wie Wirtschaft scheuen keine Anstrengungen, um immer mehr und immer detailliertere Informationen über uns zu sammeln.

Keine leichte Aufgabe, wie Sie sich sicherlich vorstellen können: Datensammeln erfordert nicht nur Fleiss und Ausdauer, sondern auch Kreativität!

Nehmen wir den Staat: Bedrängt von rechts und von rechts; oft als träge und bürokratisch belächelt, erweist er sich als überaus schnell und effizient, wenn es darum geht, die Bürgerinnen und Bürger daten-mässig zu erfassen und zu verarbeiten. Auch der Staat hat mittlerweilen gelernt, dass er die Nähe zu seiner Kundschaft AKTIV suchen muss. So gelingt es mancher Amtsstelle, der oft beklagten «Anonymisierung der Gesellschaft» wirkungsvoll entgegenzutreten.

Oder nehmen wir die Privatwirtschaft, die mit grossem Elan Daten über uns sammelt und diese Daten nicht selten sogar in lukrative «business cases» zu verpacken versteht: Mit dem Datenhandel ist ein neuer, zukunftsträchtiger Markt entstanden: Wissen ist Macht, Informationen sind Wert, Daten sind «Cash».

Heute nun -- mit Spannung erwartet -- darf ich Ihnen die Gewinnerinnen und Gewinner der fünften Schweizer «Big Brother Awards» vorstellen.

[MUSIK: JINGLE .... - VISUALS: ANIMATION «STAAT»]

Kategorie STAAT

MODERATOR:

Mehr als die Hälfte aller Kandidaten bewarben sich um einen Pokal in der Kategorie «Staat»:

28 Nominationen lagen der Jury zur Auswahl vor, darunter mehrere Polizeikommandos, Parlamente und Amtsstellen, ein kantonaler Psychiater -- ja sogar der Bundesrat kandidierte für einen Betonpokal!

Keine leichte Wahl: Soll die Justizdirektion des Kantons Zürich belohnt werden, die den benachbarten Ämtern Einblick in ihre Computerdatenbank erlaubte? Oder JENE Mehrheit des eidgenössischen Parlaments, die ein neues Bundesgesetz zur (geheimnisvoll:) «verdeckten Ermittlung» verabschiedete?

Oder aber der Berner Tiefbaudirektor Alexander Tschäpätt, der die Fahrradabstellplätze in der Berner Innenstadt künftig alle paar Tage fotografieren lassen will, um festzustellen, ob jemand sein Fahrrad unzulässig lange im Regen stehen lässt?

Meine Damen und Herren: Die drei besten Nominierten in der Kategorie «Staat», in alphabetischer Reihenfolge:

1. Herr Bundesrat Christoph Blocher und seine Vorgängerin, die junge Alt-Bundesrätin Ruth Metzler,

für ihr Engagement zur Teilrevision des Asylgesetzes

«Missbräuche im Asylwesen» gehören als Schlagworte längst auf die Titelseiten vieler Zeitungen - (zum Publikum:) Sie wissen ja so gut wie ich: Asylsuchen ist gefährlich!

Bereits im Jahr 2000 hat die damalige Bundesrätin Ruth Metzler deshalb griffige Massnahmen zur Teilrevision des Asylgesetzes in die Wege geleitet. Durchgesetzt werden sie nun von ihrem Nachfolger, Herrn Bundesrat Blocher.

DIE grosse Neuerung der Teilrevision ist die systematische Erfassung biometrischer Daten aller Asylsuchenden nach dem Vorbild der Schengen-Dublin-Datenbank «EURODAC» des grossen Bruders Europa.

Überhaupt ist die Teilrevision geprägt vom Gedanken der Kooperation: So dürfen die Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden künftig der Fremdenpolizei ohne Formalitäten Amtshilfe leisten: Die persönlichen Daten der Asylsuchenden bleiben also nicht länger in Amtsstuben und Karteikästen eingesperrt, sondern erhalten endlich ihre Freizügigkeit und dürfen ... migrieren.

2. Das Obergericht des Kantons Bern,

für seinen forcierten Zugriff auf Kundendaten der Migros.

Bei der Untersuchung einer Brandstiftung in einem Knabenheim in Niederwangen bei Bern fanden die Ermittler ein Werkzeug, das in der Migros gekauft worden war. Sie verlangten von der Migros deshalb eine Liste aller Cumulus-Kunden, die dieses Werkzeug gekauft hatten. Damit hofften sie, dem Täter auf die Spur zu kommen. Die Migros weigerte sich zunächst... doch dann griff das Berner OBER-Gericht ein und erzwang mit einer glasklaren Verfügung die sofortige Herausgabe der Daten von 113 Migros-Werkzeug-Cumulus-Kunden.

Meine Damen und Herren, nehmen Sie sich in Acht! (raunend:) Kürzlich soll jemand in der Migros in Ebikon einen Hammer, einen Spaten, eine Taschenlampe UND Gummihandschuhe UND Abfallsäcke gekauft haben!

Nun: In Bern konnte der Brandstifter zwar bis heute nicht ausfindig gemacht werden, aber wie alle polizei-taktischen Massnahmen gilt auch für die hier demonstrierte Rasterfahndung: Sie muss frühzeitig geübt werden!

3. Das Militärdepartement VBS, vertreten durch den Chef Luftwaffe, Korpskommandant Hansruedi Fehrlin,

für den innovativen Einsatz von unbemannten Überwachungsdrohnen über dem Himmel von Emmen.

Zur Aufgabe der Schweizer Armee gehört nicht nur der Schutz der Grenzen im Kriegsfall, sondern subsidiär auch die Bewahrung der inneren Sicherheit in Bedrohungslagen. Seitdem die Russen Anfang der 60er-Jahre einen Sputnik-Satelliten in den Weltraum schossen, geht das Wettrüsten auch im Luftraum weiter -- und da muss wohl oder übel auch die Schweizer Armee mithalten!

Sie hat deshalb zusammen mit israelischen Spezialisten und mit der Firma «RUAG-Aerospace» eine neue Aufklärungsdrohne namens (englisch:) «A-D-S ninety-five Ranger» entwickelt: Ein unbemanntes und ferngesteuertes Flugobjekt von rund fünf Metern Spannweite, mit einer hoch auflösenden Kamera bestückt.

Die Drohne wurde bereits erfolgreich getestet, zum Beispiel am Dreikönigstag des Jahres 2004, als kurz vor 20 Uhr bei einem Patrouillenflug über Altbüron eine feindliche Bodenbewegung identifiziert wurde: Ein automobiles Objekt bewegte sich auf den nahen Wald zu!

Die luftpolizeilichen (english:) «Operators» handelten unverzüglich, lenkten den fliegenden Sensor über das dubiose Objekt, filmten es aus sicherer Distanz und meldeten den Fall der polizeilichen Bodentruppe. -- Es stellte sich heraus, dass sich zwei jugendliche Drogenbarone in den besagten Wald bei Altbüron zurückziehen wollten, um dort einen Joint zu rauchen!

Meine Damen und Herren: Das Beispiel zeigt unmissverständlich auf, dass die Schweizer Luftwaffe trotz der Einsparung von Piloten in der Lage ist, auch ungewohnte und neue Bedrohungen sofort aufzuspüren, und dass die Luftwaffe einen entscheidenden Beitrag zur inneren Sicherheit zu leisten nicht nur WILL, sondern auch KANN! -- gemäss ihrem bewährten Motto -- Zitat: «Wir helfen da, wo andere nicht mehr können.»

[VISUALS: Animation der drei KandidatInnen: «1, 2 oder 3?...»

Drei Kandidaten, drei Pioniere mit drei innovativen Ansätzen zum Schutz der Bevölkerung und gegen Verbrechen aller Art. Für welchen hat sich die Jury entschieden? Darf ich Herrn Felix Kuhn bitten?

[MUSIK: ansteigender Trommelwirbel.... / Spannung!]
[JURYMITGLIED Felix Kuhn bringt dem Moderator einen Umschlag]
[MODERATOR: öffnet den Umschlag ]
MODERATOR:

Meine Damen und Herren: Der grosse Schweizer «Big Brother Award», der STAATS-Award geht an ... die Luftwaffe der Schweizer Armee, Korpskommandant Hansruedi Fehrlin! TUSCH!

[MUSIK: Tusch ] --- [PUBLIKUM: Applaus...]
[MODERATOR im Dialog mit FELIX KUHN]

Herr Kuhn, weshalb hat sich die Jury für die Luftwaffe entschieden?

FELIX KUHN:

Wir wissen von der Webseite der Luftwaffe, dass die bevorzugte Sportart des Korpskommandanten das Rasenmähen ist -- mit den Drohnen kann man nun beobachten, ob er diese Tätigkeit auch wirklich ausübt!

Täglich finden 1-4 «Testflüge» mit den Drohen statt. Ich habe munkeln gehört, diese Dinger seien inzwischen gar mit automatischer Bart-Erkennung ausgerüstet worden! Jedenfalls ist kürzlich auf der Kreuzbodenalp ein Älpler mit einem grünen Bart entdeckt worden!

MODERATOR:
Wie deuten Sie die aktuelle Entwicklung, Herr Kuhn?
KUHN: (philosophisch)

Es ist eine Entwicklung «von oben herab.» Früher gab es das Bild, dass Gott auf einer Wolke sitzt, und alles sieht. Als Kind glaubten wir an den Samichlaus -- und heute, mit den Drohnen, ist halt der Sämi Schmid ein moderner Samichlaus!

MODERATOR:

Sie sind ja Luzerner und wissen, dass die Existenz des Flugplatzes in Emmen akut bedroht ist....

KUHN:

Ich möchte nochmals auf meine Kindheit zurückkommen. Als Buben haben wir die männlichen Bienen, eben die Drohnen, gefangen. Wir nannten sie «Schiissibinli». Wir haben ihnen einen Faden um den Bauch geknotet und liessen sie hochsteigen.

Aber kommen wir zum Flugplatz Emmen. Genau! Auch ich mache mir grosse Sorgen! Ich schlage deshalb vor, den Flugplatz so schnell als möglich umzurüsten in einen grossen Blumengarten für die Bienen und für alle «Schissibinli»: Das gibt Arbeitsplätze für Imker und eine neue Sektion beim VPOD «Imker und Gärtner».

Ein Honiglecken für unsere Luftwaffe: Die Dübendorfer und die Leute aus Payerne werden uns Innerschweizer beneiden.

MODERATOR:
Besten Dank, Herr Kuhn - Wir werden Ihre Anregungen der Luftwaffe gerne weiterleiten.
[EVTL. APPLAUS ]
[SECURITY-AGENT tritt mit Pokal auf und tritt neben den Moderator]
MODERATOR:
Ist Herr Korpskommandant Fehrlin heute bei uns anwesend? Oder sein Pressesprecher, Herr Nussbaum?
[AUFTRITT DANIEL K. ALS FIGUR 1]
MODERATOR:
Aha, sind SIE Herr Fehrlin?
FIGUR 1: französisch-Hochdeutsch]

Nein, ich bin sein Repräsentant, mein Name ist de Wattwyl.

MODERATOR:

Guten Abend, Herr de Wattwyl. Ich darf Ihnen im Namen der gesamten Jury herzlich zu Ihrem grossen Erfolg gratulieren!

[SECURITY überreicht den Betonpokal und tritt 2 Schritte zurück]
MODERATOR:

Wie stellen Sie sich zu Ihrem Erfolg, Herr de Wattwyl?

FIGUR 1: (leicht zerknirscht):

Es ist in der Tat so, dass uns mit dieser Drohnen-Geschichte ein Fehler unterlaufen ist. Nach verschiedenen Wechseln im Departement haben wir eine Drogenkommiss... eine Drohnenkommission geschaffen und haben das Vorgehen durch unsere interne Ethikabteilung überprüfen lassen und, ja, wir sind zum Schluss gekommen, dass wir Änderungen im Prozessmanagement werden vornehmen müssen.

MODERATOR:
Oh, das freut uns aber!
FIGUR 1:
Die politische, die strategische und die taktische Leitung haben beschlossen, das Qualitätsmanagement gewissenhaft zu überprüfen und auf allen Stufen der Abwicklungen die Massnahmen zur Qualitätssicherung noch stärker auszubauen. Die nötigen Konsequenzen wurden gezogen und [zum Publikum gewendet: ] ich kann Ihnen allen versichern, dass ein Fall wie der soeben beschriebene in Zukunft nicht mehr vorkommen wird.
MODERATOR:
Vielen Dank, Herr de Wattwyl -- es freut uns sehr zu hören, dass die «Big Brother Awards» auch bei der Luftwaffe ernst genommen werden!
FIGUR 1:
Ja, vielen Dank auch Ihnen. Wir sind immer daran interessiert, uns weiterzuentwickeln und uns zu verbessern! - Auf Wiederseh... Adieu!
MODERATOR:
Adieu.
[Applaus, FIGUR 1, SECURITY UND JURYMITGLIED AB.]
MODERATOR:

Meine Damen und Herren: Überwachung ist eine ernste Sache: Es geht um den Schutz der Privatsphäre. Doch nicht alle Leute lassen sich von den Möglichkeiten der Überwachung abschrecken. «Tele G» hat recherchiert und ist auf verblüffende Erkenntnisse gestossen:

[Video 2: Reportage aus Luzern, Narzisse... 3 Min.]
MODERATOR:

Vielen Dank für den Beitrag von «Tele G»!

[Applaus]

Wir möchten Sie an dieser Stelle übrigens im Namen des Departements UVEK freundlich darauf hinweisen, dass Sie die Prepaid-SIM-Karte Ihres Handies noch bis zum 31. Oktober an jeder DIEPOST-Stelle unter Vorlage Ihrer Identität kostenlos registrieren lassen können. Diese Massnahme dient der Bekämpfung von Drogenhandel und Terrorismus.


Kategorie Business

MODERATOR

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir kommen zur zweiten Kategorie....

[MUSIK: Jingle .... - VISUALS: Animation «Business»]

Der «BUSINESS-AWARD»: Wie wir alle wissen, ist das «quality management» der Kundschaft längst zu einem strategischen Erfolgsfaktor geworden. Es versteht sich heute von selbst, dass die Unternehmen wissen wollen, wie es uns geht und was wir alles kaufen.

Doch vergessen wir nicht: Datensammeln ist meist eine mühsame, akribische und oft auch repetitive Kleinarbeit: IMMER WIEDER wieder beinahe dieselben Ausschnitte aus Überwachungskameras anschauen, IMMER WIEDER beinahe identische Logfiles analysieren -- und immer-immer wieder dieselbe Frage nach «Händ-Zi-d'Chunde-Charte?»...

Solcher Aufwand soll belohnt werden! Auch wenn die Jury leider keine Geld-Preise vergeben kann, so haben wir doch einen formschönen Betonpokal bereitgestellt.

ZWÖLF Nominationen wurden dieses Jahr in der Kategorie «Business» eingereicht. Darunter finden sich mehrere Transportunternehmen, die ihre Zugpassagiere mit Videokameras überwachen.

COOP und Swisscom-Fixnet kandidieren dieses Jahr gemeinsam mit einem sogenannten (englisch:) «Joint venture»: So können inzwischen Swisscom-fixnet-Bonuspunkte in COOP-Supercard-Bonuspunkte umgerechnet werden. Wäre hoch-interessant zu wissen, wem denn die Leute telefonieren, die immerzu Himbeeraroma-Joghurt kaufen...

Die Migros geht einen eigenen Weg: Sie kandidiert dieses Jahr mit der Teilnahme an einem Forschungsprogramm zu (english:) RFIDs. «Radio Frequency Identity Tags» sind kleine Computerchips, die dereinst die Strichcodes auf Produkten ersetzen sollen. Mit RFIDs wird es möglich, jedes Produkt einzeln zu identifizieren - auch über den Kauf im Laden hinaus! -- da weiss man dann nicht nur, wer immerzu diese Himbeeraroma-Joghurt kauft, sondern genauer: Wer welches Himbeeraroma-Joghurt wohin trägt und isst...

Nicht alle Kandidaten glänzen mit solch ausgeklügelten Neuerungen. Als eher plumpes Beispiel weist die Jury auf den Schweizerischen Fussballverband hin, der ja bekanntlich an der EM in Portugal und beim Debakel um das zu gross geplante Einkaufszentrum in Zürich in ein schlechtes Licht geraten ist: Er versuchte, sich bei der UEFA mit der Lieferung von Daten von Fussballfans einzuschmeicheln.

(rügend:) Um einen «Big Brother Award» zu erhalten, braucht es aber schon etwas mehr Kreativität!

Meine Damen und Herren: Die ersten drei Nominierten der Kategorie «Business», in alphabetischer Reihenfolge:

1. Die Firma AWZ AG aus Bern,

für ihre mit akribischem Fleiss gesammelte Datenbank von 4.5 Millionen Privatadressen

Zweifeln Sie, meine Damen, manchmal daran, ob Sie wohl (noch) zur exklusiven Trend-Zielgruppe gehören? Ob Sie wirklich eine «Powerfrau» sind?

Fragen Sie, meine Herren, sich bisweilen, ob Sie wohl der Kaufkraftklasse «SUPER» oder der «INFO-Elite» angehören? Ob Ihre Tätigkeit zu den «gehobenen Berufen» zählt?

Oder wundern Sie sich ganz einfach, wie unverlangte, aber persönlich an Sie adressierte Werbung in Ihren Briefkasten gelangt?

Die Firma AWZ weiss es! Sie bietet Direktwerbung an, ohne Umwege also, und verfügt nach eigenen Angaben über eine Adresskartei mit 4,5 Millionen Privatadressen in der Schweiz. Das sind 1,25 Adressen pro Wohnung! -- Wussten Sie übrigens, dass eine Honigbiene 4,5 Millionen Blüten anfliegen muss, um EIN Kilo Honig zu produzieren?

Die Adressen sind nach Angaben der AWZ mit mehr als 50 Merkmalen charakterisiert, zum Beispiel nach Alter, Wohngegend, Reiseverhalten, Rasenmäherbesitz, Babywindeln-Kauf, Katzenfutter-Konsum -- oder auch nach «Umgang mit Kreditkarten»...

Sind Sie soeben umgezogen? Besitzen Sie ein Fahrzeug in der Preisklasse «mittel»? Hinterradantrieb? Sind Sie an Pferden interessiert? Sind Sie Lehrerin oder Lehrer? Haben Sie einen italienisch klingenden Nachnamen? Kaufen Sie regelmässig per Post ein? Gehören Sie zur Lifestyle-Zielgruppe «Bodäständig»? oder «Kreativ»? -- oder gar zu beiden?

Die AWZ weiss mehr über Sie, als Sie selber! Als wohl erstes Direktwerbeunternehmen in der Schweiz -- und im Alphabet zuoberst -- wurde die Firma stellvertretend nominiert für eine ganze Branche an Adress-Scouts, deren Ziel darin besteht, uns alle dereinst beim Verfassen unserer Biografie zu unterstützen.

2. Die Firma Mailprofiler AG aus Adliswil und Zug,

für ihren gleichnamigen innovativen E-Mail-Überwachungsdienst

Bei dieser Firma handelt es sich um ein aufstrebendes junges Serviceunternehmen mit Kunden wie COOP-Bank, Hewlett-Packard, Kuoni, Migros-Bank oder Opel. Für deren Kunden verschickt die Mailprofiler AG Rundbriefe per E-Mail.

Diese E-Mails enthalten eine versteckte elektronische Wanze. Dadurch kann die Jungfirma kontrollieren, ob und wann ein Empfänger eine E-Mail liest. Eine wahre (english:) «Killer-application», die ungeahnte neue Möglichkeiten der Kundenbindung eröffnet!

Im Fokus der Jungfirma steht das zielgruppenspezifische (english:) «Relationship-Marketing». Die firmeneigene Software (english:) IMN, «Intelligent Mail Network», mit dem integrierten «Targeting-Modul» der Firma Schober ermöglicht eine komfortable und automatisierte Adressgewinnung, umfangreiche Auswertungen und die Erarbeitung von detaillierten Kundenprofilen. -- Wertvolle Daten, die von der Mailprofiler AG in einem ehemaligen Bunker aufbewahrt werden...

3. santésuisse, der Dachverband der Krankenversicherer der Schweiz

für das neue Tarifmodell TARMED.

Krankenkassen wollen wissen, wie es uns geht. Unsere Gesundheit ist auch ihre Gesundheit, unsere Krankheiten lohnen sich auch für sie nicht! Kundinnen und Kunden sollen deshalb gründlich untersucht und durchleucht werden. Dabei soll nicht bei den Daten gespart werden!

Mit dem einheitlichen Tarifsystem TARMED, welches auf Drängeln der «santésuisse» auf den 1. Januar dieses Jahres eingeführt wurde, müssen alle Ärztinnen und Ärzte auf ihren Rechnungen exakte Behandlungs-Nummern auflisten. Durch die Verwendung von über 4600 TARMED-Positionen wird auch für die Kundschaft endlich TRANSPARENZ über die eigenen Gebrechen und Leiden geschaffen:

Unter der Laufnummer 20.2120 wird etwa die (Zitat:) «Behandlung einer Analfissur durch Exzision» festgehalten, unter 02.0080 eine «psychiatrische Krisenintervention, (pro 5 Minuten)», unter 22.1280 ein «Schwangerschaftsabbruch medikamentös nach der 16. Schwangerschaftswoche», unter 22.2640 ein «Intrauteriner Embryo-Wash-out», und unter 21.2810 eine «Penisamputation, total» -- alles geordnet, alles transparent, alles im Klartext!

TARMED schafft die solide Datenbasis für eine präzise Risikoselektion. TARMED erlaubt es unseren kranken Kassen, sich endlich gesund-zu-sanieren.

[VISUALS: Animation der drei KandidatInnen: «1, 2 oder 3?...»

Meine Damen und Herren, drei Kandidaten, drei Pioniere mit drei ausgeklügelten Methoden von Effizienzsteigerung und «customer care»... Für welchen hat sich die Jury entschieden?

Darf ich das langjährige Jurymitglied Frau Susan Boos bitten?

[MUSIK: ansteigender Trommelwirbel.... / Spannung!]
[JURYMITGLIED bringt dem Moderator einen Umschlag]
[MODERATOR: öffnet den Umschlag ]
MODERATOR:

Meine Damen und Herren: Der grosse Schweizer «Big Brother Award», der BUSINESS-Award geht an ... die «santésuisse» aus Solothurn! TUSCH!

[MUSIK: Tusch ] --- [PUBLIKUM: Applaus...]
[MODERATOR: Dialog mit JURY-MITGLIED]
MODERATOR (standarddeutsch):

Frau Boos, weshalb haben Sie sich für die «santésuisse» entschieden?

JURYMITGLIED (standarddeutsch):

Die «santésuisse» hat sich bereits im letzten Jahr für einen «Big Brother Award» beworben, ist aber damals knapp gegen «Orange Telecommunications» unterlegen. Ich meine, dass die «santésuisse» für ihr Drängeln und Zwängen nun einen Pokal verdient hat!

MODERATOR:
Letztes Jahr verriet der Sprecher der «santésuisse», Herr Marbet, dem Schweizer Radio, dass ... (raunend:) hinter den «Big Brother Awards» in Wirklichkeit der Spitalverband «H-plus» stehe! -- Ein abgekartetes Spiel also?
JURYMITGLIED

Offenbar gefällt es der «santésuisse» nicht besonders, nun für TARMED gelobt zu werden -- es ist verständlich, dass sie dann Intrigen erfinden -- Tatsache ist aber, dass das Tarifsystem völlig unverhältnismässig ist!

MODERATOR:
Besten Dank, Frau Boos -- Die Jury gratuliert den Krankenversicherern herzlich zu ihrem Erfolg!
[EVTL. APPLAUS]
[SECURITY-AGENT tritt mit Pokal auf und tritt neben den Moderator]

Ist ein Vertreter der santésuisse heute bei uns anwesend? Herr Direktor Giger vielleicht? Herr Marbet?

[AUFTRITT DANIEL K. ALS FIGUR 2]
MODERATOR:
Aha, vertreten SIE die Krankenversicherer?
FIGUR 2: (agité, CH-Hochdeutsch:)

Ja, mein Name ist Schmid. Und ich muss Ihnen gleich sagen....

MODERATOR:
Guten Abend, Herr Schmid. Ich darf Ihnen im Namen der Jury herzlich gratulieren zu Ihrem grossen Erfolg.
[SECURITY will Betonpokal überreichen, Figur 2 will ihn nicht annehmen.... - erregt sich]
FIGUR 2:

Ich muss Ihnen also gleich sagen, Herr.... also Ihre Anschuldigungen stimmen SO NICHT! Was Sie da behaupten ist einfach FALSCH. Wir haben NIE....! (...)

MODERATOR:
Bitte, Herr Schmid! Ihr Fall wurde von einer seriösen und kompetenten Jury überprüft und es liegen Fakten vor, die klar besagen, dass ...
FIGUR 2:

Nein, das ist alles ERSTUNKEN UND ERLOGEN! -- Das stimmt SO NICHT und das sieht doch jeder Kranke, dass hinter diesen «Big Brother Awards» in Wirklichkeit der Spitalverband «H-Plus» steckt! -- und wir wehren uns vehement dagegen, DERART durch den Dreck gezogen zu werden!

MODERATOR:

Besten Dank, Herr Schmid. -- Auf Wiedersehen!

[FIGUR 2 mit Pokal ab, SECURITY UND JURYMITGLIED AB.]
MODERATOR:

Meine Damen und Herren, Sie sehen: «Gesundheit» und «Krankheit» sind relative Begriffe...

Nicht alle Preisträger freuen sich offenbar über den Betonpokal, und es muss leider ernsthaft bezweifelt werden, ob die «Big Brother Awards» überhaupt etwas nützen.

Wie ist der Lerneffekt der Pokale bei bisherigen Preisträgern? Sehen Sie dazu die nächste Reportage von «Tele G»:

[Video 3: Reportage aus Basel, zu Roche... 3 Min.]
MODERATOR:

Vielen Dank, Guido Henseler!

[Applaus]

Kategorie Arbeitsplatz

MODERATOR

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir kommen zur dritten Kategorie....

[MUSIK: Jingle .... - VISUALS: Animation «Arbeitsplatz»]
MODERATOR

Erstmals verleiht die Jury dieses Jahr einen Preis in der neuen Kategorie «Arbeitsplatz» -- Immer mehr Unternehmen wollen wissen, was ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz denn eigentlich den lieben Tag lang tun (oder was sie eben NICHT tun...).

Videokameras und Computerprogramme können den Firmen helfen zu analysieren, wer den «Cash Flow» des Unternehmens steigert und wer nicht...

ACHT Anwärter bewerben sich in der neuen Kategorie. Die besten drei in alphabetischer Reihenfolge:

1. Der Informatikdienst des Kantons St. Gallen, vertreten durch Herrn Kurt Kengelbacher,

für das neue Reglement mit dem Titel «Dienstanweisung über den Einsatz von Informatikmitteln in der Staatsverwaltung»

«Wo Internet, da Gefahr» -- Sie wissen es wohl alle selber aus eigener Erfahrung, meine Damen und Herren: Viren! Würmer!! Trojaner!!! -- Oft unterschätzt wird aber die Bedrohung, die von den eigenen Mitarbeitern ausgeht!

Der Kanton St.Gallen hat den Ernst der Lage erkannt und per Ende April 2004 eine neue Dienstanweisung in Kraft gesetzt. Im Artikel 21 dieser Anweisung wird festgehalten, dass die Internetnutzung aller 9000 Mitarbeiter automatisch protokolliert wird, und Artikel 22 schreibt fest, dass der kantonale Informatik-Sicherheits-Beauftragte diese Protokolle ohne Vorwarnung PERSONENBEZOGEN auswerten darf.

Eine weise, vorausschauende Massnahme! Analysen müssen stattfinden, BEVOR es zu spät ist! Das heisst: BEVOR ein konkreter Verdacht auf einen Missbrauch vorliegt, denn dann ... dann kann es bereits zu spät sein!

2. Die Firma Pickpay AG aus Volketswil bei Zürich, vertreten durch die Personalleiterin Frau Barbara Bucher,

für ihren umfangreichen Fragebogen bei Bewerbungen.

Pickpay hat Filialen an 230 Standorten. Nur ausgewählte Mitarbeitende dürfen das exklusive Sortiment von über 4000 Markenartikeln verkaufen. Bisher haben es erst 1280 geschafft.

Wer bei Pickpay arbeiten möchte, wird zunächst auf Herz und Nieren geprüft. Dazu gehört das Beantworten von Fragen nach dem aktuellen Gesundheitszustand, nach chronischen Leiden oder Invalidität, nach Vorstrafen, Strafuntersuchungen, Vormundschaften, Zahlungsbefehlen, Lohnpfändungen, Schulden und Krediten.

Der Konkurrenzkampf im Detailhandel ist hart, gute Verkäuferinnen und Verkäufer sind rar! Auch die COOP und die Migros Luzern setzen deshalb ähnliche Fragebögen ein.

(tadelnd:) Bei allen drei Nominierten mangelt es allerdings an Durchsetzungskraft: So kündigten alle drei im Sommer dieses Jahres an, einen Teil der Fragen zu überarbeiten.

3. Die Zürcher Stadtpolizei, vertreten durch den Kommandanten, Oberst Philipp Hotzenköcherle,

für die verdeckte Überwachung des E-Mail-Verkehrs ihrer Angestellten.

Eine mysteriöse Geschichte, wie in einem Kriminalroman:

Im Frühling dieses Jahres wurde bekannt, dass das Kommando der Zürcher Stadtpolizei im Sommer 2003 den E-Mail-Verkehr mehrerer Angestellter insgeheim überwachen liess.

Die Motive dafür sind dubios. Was hatten die Polizisten verbrochen? Ging es um eine Intrige, um Korruption? War eine Verschwörung gegen das Kommando geplant? Sollten die Aktivitäten des kritischen Polizeibeamtenverbandes überwacht werden? Ging es um einen internen Fall der berüchtigten Sittenplizei? Hat das Kommando seine Mannen und Frauen etwa nicht im Griff?

Wir können nur spekulieren -- die Stadtpolizei hüllt sich in Schweigen... -- Wir bitten Sie, wertes Publikum, sachdienliche Hinweise an den nächsten (Zürcher) Polizeiposten zu richten.

[VISUALS: Animation der drei KandidatInnen: «1, 2 oder 3?...»
MODERATOR

Meine Damen und Herren: Drei Kandidaten, drei Pioniere mit drei ausgeklügelten Methoden der Mitarbeiterbespitzelung.

Für welchen hat sich die Jury entschieden? Darf ich Frau Chopard bitten?

[MUSIK: ansteigender Trommelwirbel.... / Spannung!]
[JURYMITGLIED Jacqueline Chopard bringt dem Moderator 1 Umschlag]
[MODERATOR: öffnet den Umschlag ]
MODERATOR:

Meine Damen und Herren: Der grosse Schweizer «Big Brother Award», der ARBEITSPLATZ-Award geht an ... die Zürcher Stadtpolizei! TUSCH!

[MUSIK: Tusch ] --- [PUBLIKUM: Applaus...]
[MODERATOR: Dialog mit JURY-MITGLIED -- STICHWORTE!]
MODERATOR:

Frau Chopard, Sie sind ja Arbeitsrechtlerin: Warum hat die Zürcher StaPo Ihrer Meinung nach den Preis verdient?

JURYMITGLIED:

Weil .... [Begründung]: ... ist nicht zulässig ... nur auf Vorankündigung, und auch dies nur bei einem konkreten Tatverdacht -- ... (...)

MODERATOR:

Die Informatikdienste des Kantons St.Gallen sind ja für einen ähnlichen Fall von E-Mail-Überwachung nominiert. Wie sieht die Situation hier aus?

JURYMITGLIED: [Stichworte]

Man könnte meinen, dass der Fall St. Gallen weniger schlimm sei, weil das Vorgehen dort ja in einem Dienstreglement festgeschrieben ist. Ich persönlich finde diesen Fall aber eigentlich schlimmer: Bei der Stapo Zürich hat es sich vielleicht um ein einzelnes Vergehen gehandelt -- beim Fall St.Gallen wird die Möglichkeit zur Überwachung sogar festgeschrieben!

MODERATOR:

Besten Dank, Frau Chopard - Die Jury gratuliert der Zürcher Stapo zu ihrem Erfolg!

[EVTL. APPLAUS ]
[SECURITY-JOE tritt mit Pokal auf und tritt neben den Moderator]

Ist ein Vertreter der Stapo Zürich heute bei uns anwesend? Der Kommandant, Oberst Hotzenköcherle? Herr Cortesi? Frau Fix? Herr Casanova?

[AUFTRITT DANIEL K. ALS FIGUR 3] MODERATOR:
Tatsächlich ... aber: Moment mal, sind Sie nicht.... - Sie sind doch bereits vorher aufgetreten? Da stimmt doch etwas nicht! Was ist da los????
[FIGUR 3: CH-hochdeutsch]

(spielt den Selbstbewussten - ist aber merklich unsicher, schnappt sich aber gleich den Pokal, wie gewohnt)

Äh, mein Name ist, äh, Meier, ich vertrete hier die ...

MODERATOR:

Nein-nein, so geht das nicht! Vorher waren Sie noch Herr Schmid - und auch dem ersten Preisträger gleichen Sie aufs Haar! - Wer sind Sie eigentlich? Wollen Sie uns zum Narren halten oder was?

FIGUR 3 (druckst herum... ):

Ja, hmm, nein, ja.... als mein Name ist Zwicky, eigentlich, und eigentlich, wissen Sie:[wechselt zu Berndeutsch] Ig mache hie eigetlech nume my Job, wüll äh -- eigetlech han-i-e TS-Agentur und drum...

MODERATOR: (versteht nicht)

Eine TS-Agentur ? T - S ?????

FIGUR 3

Ja, äh, eigetlech "T-S-A": trouble shooting agency, also e konfliktbeladene Dienschttleischtigs-Service, eigetlech, vertöht-Der? I by aagfrogt worde, ob ig im Fau vomene Pokau-Gwünn dä hie chönnti cho abhole, und auso, äh, für äh, für ds Firmen-Imitsch wider ids Gleychgwicht z'....... Äh,... Dyr verstöht doch sicher, was i meine... ?

MODERATOR:(empört)

Das ist ja UNGEHEUERLICH!

FIGUR 3 (zerknirscht, kleinlaut)

Uf EY Sieg bin-i-ja vorbereitet gsy, aber jetzt grad DRÜ... auso äh, das isch jetzt scho grad echly viu verlangt -- und eigetlech bin-y no nid-eso-lang im Business und - äh - und --

MODERATOR:

Das ist nun wirklich DIE HÖHE! Jetzt teilen Sie ihren Auftraggebern bitte mit, dass wir uns nicht auf diese Weise behandeln lassen -- und machen Sie, DASS SIE FORTKOMMEN!

(reisst ihm den Pokal wieder aus den Händen). - (energisch)

Joe wird Sie hinausbegleiten! - Und was die andern beiden Pokale angeht, darüber sprechen wir nach der Preisverleihung noch!

(SECURITY-JOE SCHNAPPT FIGUR 3 am Schlawittchen und beide ab)
(JURYMITGLIED AB.)
FIGUR 3 (Im Abgehen zum Publikum)

Falls-Dyr mau e "Trouble Shooting Agent" bruuchet, finget-Dyr-mi im Telefonbuch unger T... S.... Aaaaa... Zwicky...

MODERATOR:

Verzeihen Sie bitte den Vorfall, meine Damen und Herren. Ist vielleicht eine repräsentativere... (blickt zum abgehenden Daniel) ... Vertretung der StaPo heute bei uns anwesend?

(Wenn niemand kommt, stellt er den Pokal beiseite)

Leider nein - wir werden den Pokal der Zürcher Stadtpolizei über einen geeigneten Kanal zukommen lassen.

[Moderator ab mit Pokal.]
Intermezzo: konzertante Musikeinlage «SuperTops»
[... MUSIK übergeleitet in Jingle -
[dazu - VISUALS: Animation «Lebenswerk»]

Kategorie Lebenswerk

MODERATOR

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir kommen zur vierten Kategorie, unserer Königs-Disziplin: Der LEBENSWERK-AWARD: Nur wer sich in seinem ganzen Leben HARTNÄCKIG für besondere Schnüffeltaten verdient gemacht hat, kann ihn erhalten. Nur wer sich nicht hat beeindrucken lassen von [verächtlich] parlamentarischen Vorstössen, von besorgten BürgerInnen oder von Datenschutzbeamten.

Die beiden Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge:

1. Josef Leu, Landwirt und Nationalrat der Christlichen Volkspartei, Luzern

Josef Leu aus dem luzernischen Hohenrain -- (im Dialekt:) «Hohneri» -- ist Landwirt, 54 Jahre alt, seit 13 Jahren Nationalrat der CVP und dort Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission. Im eidgenössischen Parlament setzt sich Leu nicht nur ein für mehr Flexibilität bei der Milchproduktion und für die Erhaltung des hohen Gesundheitsstatus der Schweinepopulation, sondern auch für mehr Sicherheit und Überwachung (der Menschen).

Seit mehr als zehn Jahren fordert er hartnäckig die Verstärkung von Armee und Polizei, die Schaffung einer neuen «Bundessicherheitspolizei», die Verschärfung des «Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit» (BWIS), sowie für den KONSEQUENTEN AUSBAU der Möglichkeiten zur vorsorglichen Bespitzelung: «Extremisten» sollen frühzeitig verfolgt und wenn immer möglich SOFORT AUSGESCHAFFT werden können.

2. Jean-Luc Vez, Direktor des Bundesamts für Polizei.

Der Werdegang von Jean-Luc Vez, ebenfalls Mitglied der CVP, ist exemplarisch: 1986 trat er in die Zentralstelle für Gesamtverteidigung ein, 1990 wurde er Stellvertreter des Sonderbeauftragten für Staatsschutzakten, Walter Gut -- ein Luzerner, CVP --, der mit dem sogenannten «Fichen-Staat» aufräumen sollte.

1992 übernahm er die Leitung der «Abteilung Presse und Funkspruch» APF, die unter anderem für die Medienzensur in Krisenzeiten zuständig war.

1996 wurde Jean-Luc Vez im Alter von 39 Jahren vom damaligen Bundesrat Arnold Koller (CVP) zum stellvertretenden Direktor im Bundesamt für Polizeiwesen ernannt (vormals BuPo), 2001 unter Bundesrätin Ruth Metzler (CVP) zu dessen Direktor. Er löste damit Anton Widmer ab, ehemaliger Luzerner Polizeikommandant und Gemeinderat in Emmen (CVP).

In dieser Funktion macht sich Monsieur Vez seither stark für den Ausbau der Zusammenarbeit mit Polizeien und Geheimdiensten der EU und der USA, sowie für eine Verschärfung des «Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit» (BWIS). In der ersten Phase der Revision dieses Gesetzes soll ein «Propaganda-Artikel» eingeführt werden, in der zweiten Phase soll die «verdeckte Ermittlung» ausgebaut werden, konkret: der Einsatz von Wanzen in Privaträumen.

[VISUALS: Animation der drei KandidatInnen: «1 oder 2?...»
MODERATOR

Herr Josef Leu oder Herr Jean-Luc Vez, verehrtes Publikum: Zwei langjährige Pioniere mit bewährten Strategien und mit gradliniger Ausrichtung bewerben sich um einen «Lebenswerk-Award»: Für welchen hat sich die Jury entschieden? -- Darf ich Frau Susan Boos bitten?

[MUSIK: ansteigender Trommelwirbel.... / Spannung!]
[JURYMITGLIED Susan Boos bringt dem Moderator einen Umschlag]
[MODERATOR: öffnet den Umschlag ]
MODERATOR:

Meine Damen und Herren: Der grosse Schweizer «Big Brother Award», der LEBENSWERK-Award geht an ... Herrn Josef Leu! TUSCH!

[MUSIK: Tusch ] --- [PUBLIKUM: Applaus...]
[MODERATOR: Dialog mit JURY-MITGLIED]
MODERATOR:

Frau Boos: Wie schätzen Sie die Bedeutung von Josef Leu als Lebenswerk-Datenschnüffler ein?

JURYMITGLIED SUSAN BOOS: (erklärend:)

Um Josef Leu zu verstehen, muss man seinen Hintergrund sehen: Auch wenn er nicht an der Universität Freiburg studiert hat, so passt er doch harmonisch zu Anton Widmer, zu Walter Gut und überhaupt zur Luzerner CVP-Familie. Josef Leu ist ja auch Mitglied des Stiftungsrates der Päpstlichen Schweizergarde!

Zudem passt er sehr gut zur Ostschweiz: Zu den ehemaligen Bundesräten Kurt Furgler (CVP), Arnold Koller (CVP) und Ruth Metzler (CVP) -- Diese Leute helfen und unterstützen sich gegenseitig. Zwischen der Zentralschweiz und der Ostschweiz besteht gewissermassen eine «Achse der Christen».

MODERATOR:
Eine Verschwörung ???
JURYMITGLIED SUSAN BOOS:

Nein-nein, keine Verschwörung! Aber ein zutiefst katholischer Hintergrund. Ich weiss das aus eigener Erfahrung: Der moralische -- oder der psychohygienische -- Vorteil der Katholiken gegenüber den Protestanten besteht ja darin, dass sie alle ihre unmoralischen Taten jeweils BEICHTEN können und danach auf die Vergebung hoffen.

MODERATOR:

Besten Dank, Frau Boos -- Wir gratulieren Herrn Josef Leu herzlich zu seinem grossen Erfolg!

[EVTL. APPLAUS ]

Meine Damen und Herren, wir haben alle Kandidatinnen und Kandidaten vor einer Woche zur Preisverleihung eingeladen. Herr Leu hat uns umgehend mitgeteilt, dass er heute Abend leider verhindert sei.

[JURYMITGLIED AB.]

Unser Reportage-Team von «Tele G» ist deshalb bereits heute Nachmittag bei Herrn Leu vorbeigegangen und hat ihm den Pokal vorbeigebracht. Sehen Sie nun die aktuelle Reportage aus (Dialekt:) «Hohneri»:

[Video 4: Reportage vom Hof des Josef Leu

er ist leider nicht zu Hause, aber ein Stellvertreter, dargestellt v. Daniel K. -- ca. 3 Minuten]

[Applaus]
MODERATOR:

Tja, meine Damen und Herren: Hoffen wir, dass Herr Steiger den Pokal auch wirklich an Josef Leu weitergibt!


Winkelried-Award

[Musik: Jingle - dazu - VISUALS: Animation «Winkelried»]
MODERATOR:
Wir kommen zur fünften und letzten Kategorie, zum «Winkelried-Award» für besonders lobenswerten Widerstand GEGEN Überwachung und Kontrolle.
[EVTL. BILD: Winkelried, von www.... ]

Zur Auswahl stehen zwei Kandidaten, die sich in heldenhafter Weise gegen die Übermacht der Freiheitsfeinde zur Wehr setzen, wie damals Arnold Winkelried zu Sempach...

Wer von beiden den Hauptpreis erhalten wird, werden heute Abend SIE, meine Damen und Herren, entscheiden.

Die Preise für verdienstvollen Widerstand gegen Überwachung und Kontrolle weden überbracht vom Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Arnold Winkelried: Winkelried-Junior! -- TUSCH!

[MUSIK: Tusch] --
[AUFTRITT WINKELRIED-JUNIOR mit Hellebarde
[AUFTRITT SECURITY-AGENT mit Betonpokal

Wir haben heute die grosse Ehre, BEIDE Kandidaten bei uns begrüssen zu dürfen! Darf ich Sie auf die Bühne bitten?!

[AUFTRITT WINKELRIED-KANDIDATEN]

Guten Abend ... Herr Jenni ... Herr Schaub.

[MODERATOR begrüsst die beiden und stellt sie vor:]

Die beiden Winkelried-Kandidaten - in alphabetischer Reihenfolge:

1. Herr Daniele Jenni ...

... ist Rechtsanwalt in Bern und vertritt unter anderem «randständige Personen», die von der Berner Stadtpolizei regelmässig aus der Innenstadt weggewiesen werden. Grundlage für diese Massnahme ist der Artikel 29 des kantonalen Polizeigesetzes, gegen den Jenni nun bis vor Bundesgericht angehen wird, weil er gegen das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit verstösst.

In einem anderen Fall verteidigt Jenni DemonstrantInnen, die im Januar 2004 von der Bündner Kantonspolizei in Landquart fichiert wurden. Gemeinsam mit 37 anderen Personen reichte er Klage gegen die Verantwortlichen ein und machte die Tatsache öffentlich, dass die in Landquart erhobenen Daten entgegen den Behauptungen der Bündner Kantonspolizei an die Bundespolizei weitergegeben wurden.

2. Herr Beat Schaub...

... ist praktizierender Arzt in Binningen bei Basel. Wie alle Ärztinnen und Ärzte ist er gemäss dem neuen Tarifsystem «Tarmed» seit dem 1. Januar dieses Jahres verpflichtet, auf sämtlichen Arztrechnungen detaillierte Behandlungs-Nummern aufzulisten. Dadurch gelangen heikle Patientendaten an die Krankenkassen.

Schaub wehrt sich vehement gegen diese Bestimmung und zeigte auf, dass es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. Um das Arztgeheimnis und das Patientengeheimnis zu wahren, dürften Patientendaten höchstens in anonymisierter Form weitergegeben werden. Entsprechend fordert Schaub die sofortige Vernichtung aller bisher im Rahmen von «Tarmed» gesammelten persönlichen Daten.

Wertes Publikum: Es liegt heute an Ihnen, den Hauptsieger in der Kategorie «Winkelried Award» zu bestimmen!

Die technischen Inspekteure der «Steeltec»-Halle werden Ihre akustische Unterstützung für die Nominierten mit ausgeklügelten Messinstrumenten überprüfen, kontrollieren und registrieren.

Winkelried Junior wird die Inspekteure genau beobachten und sicherstellen, dass alles mit rechten Dingen zu und her geht.

Wertes Publikum: Es kommt also auf Ihre Protestlautstärke an! Bitte bezeugen Sie Ihre Unterstützung für einen oder für beide «Winkelried»-Kandidaten mit einem möglichst lauten Applaus.

In alphabetischer Reihenfolge:

[VISUALS: Animation der beiden Kandidaten: «1 oder 2?...»

Erstens: Wer ist der Meinung, dass der Anwalt Daniele Jenni den Haupt-Winkelried-Preis des Jahres 2004 verdient hat? -- Bitte Applaus JETZT!

[TONREGIE: Notiert Raumlautstärke mit dB-Meter]

Zweitens: Wer ist der Meinung, dass der Arzt Beat Schaub den Haupt-Winkelried-Preis des Jahres 2004 verdient hat? Bitte Applaus JETZT!

[TONREGIE Notiert Raumlautstärke mit dB-Meter]

Vielen Dank! Ich darf nun Winkelried Junior um die Resultate bitten.... [WINKELRIED-JUNIOR geht ab zum Regie-Pult.]

[WINKELRIED-JUNIOR bringt den Umschlag zum Moderator.]
[MUSIK: ansteigender Trommelwirbel....]
MODERATOR: Verehrtes Publikum: Der Hauptpreis der
diesjährigen «Big Brother Awards» in der einzigen Positiv-Kategorie, der Haupt-«Winkelried-Award» geht an...[Name]! -- TUSCH!
[ MUSIK: Tusch] -- [Publikum: Applaus...] Ich bitte nun die Jury, den Preis zu überreichen!
[JURYMITGLIED FELIX KUHN überreicht den Pokal.]
[ALLE DREI JURYMITGLIEDER gratulieren. ]
-- [EVTL. KURZE REDE GEWINNER, max. 2 Minuten]
MODERATOR:
Wir gratulieren natürlich auch dem zweitbesten Winkelried herzlich zu seinem Widerstand!
-- [APPLAUS]
-- [EVTL. KURZE REDE ZWEITER GEWINNER, max. 2 Minuten]
MODERATOR:
Vielen Dank! Ich bitte die Jury, die Datenschutzhelme zu überreichen!
[ZWEI JURYMITGLIEDER überreichen die Datenschutzhelme]
MODERATOR:
Ich bitte Sie alle, nun wieder Platz zu nehmen.
[ALLE AUSSER MODERATOR AB.] (ohne Einleitung, überraschend:)
[FÜNFTER VIDEOBEITRAG Tele G - Epilog / Fazit - ca. 3 min.]
[Porträt eines verhinderten Preisträgers]

Schluss

MODERATOR:
Meine sehr verehrten Damen und Herren: Damit sind wir am Ende unserer Preisverleihung angelangt. Wertes Publikum: Zum FÜNFTEN Mal konnten in der Schweiz «Big Brother Awards» für grosse Verdienste zur Beschnüffelung und Überwachung der Bevölkerung verliehen werden.

Grosse Taten, grosse Helden, grosse Sieger!

Der Schweizer Luftwaffe, den Krankenversicherern von santésuisse, der Zürcher Stadtpolizei und dem umtriebigen Herrn Leu -- ihnen allen gebührt die herausragende Ehre, die Überwachungsgesellschaft im vergangenen Jahr mit besonders grossem Elan und lobenswertem Einsatz gefördert zu haben.

Wer bei der Preisverleihung leer ausgegangen ist, kann sich bereits heute für die nächsten AWARDS nominieren lassen.

Gerade die Beispiele der bereits mehrmals nominierten Kandidaten zeigen: Hartnäckigkeit führt zum Ziel!

Für ihre Einsätze und für ihr Engagement an diesem denkwürdigen Anlass danken wir

  • der Jury -- namentlich Frau Jacqueline Chopard,... Frau Susan Boos.... Herrn Felix Kuhn ...
  • den Organisatoren der Plattform «pulp»: «Zusammenstoss»!
  • dem Technik-Team ...
  • der Firma «Steeltec» und der Gemeinde Emmen ....
  • [SECURITY-JOE zieht mit DANIEL K. am Schlawittchen kurz vor der Bühne vorbei]
  • und wir danken natürlich auch unserem Security Joe und unserem vielfachen Preisgewinner Herrn de Wattwyl, Schmid, Zwicky, Steiger - alias: Daniel Kasztura!
  • wir danken unserer Band, den «Super Tops» aus Bern!
  • und wir danken IHNEN, sehr verehrtes Publikum, für Ihre Aufmerksamkeit.

Wir freuen uns, wenn wir Sie nächstes Jahr bei der sechsten Verleihung der Schweizer Big Brother Awards begrüssen dürfen - falls die Preise dann noch nötig sein werden...

Danke für Ihre Aufmerksamkeit - Adieu.

[MODERATOR AB.] [APPLAUS]
[BILD: LOGO Schnüffli: «Nicht lamentieren, nominieren!»]
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